Bahnsteige – flexibel, schnell, preisgünstig

Die Suche nach flexibel gestaltbaren, dabei aber auch schnell und preiswert realisierbaren Bahnsteigen hat mich länger beschäftigt.

Die Angebote der Zubehörindustrie waren mir

  • zu teuer
  • zu starr und unflexibel
  • oder zu aufwändig (z.B. die Ausführung in Gips)

Schließlich stieß ich auf KapaMount-(oder Leichtstoff)Platten – ein Material, welches normalerweise im Foto-& Dekobereich als Trägermaterial eingesetzt wird und aus 2 dünnen Aluminium-Folien und einem dazwischen liegenden Schaumkern besteht. Es ist sehr gut mit dem Teppichmesser zu bearbeiten, macht keinen Dreck und lässt sich vielfältig einsetzen. (Informationen und Bezug z.B. über modulor in Berlin)

Für meine Bahnsteige wählte ich eine 10mm-starke Ausführung, die zur Nachbildung niedriger Bahnsteige optimal ist.

Vorbild hierfür waren die Bahnsteige in Domodossola (gibt es aber auch woanders)

Als erstes habe ich die erforderlichen Stücke zurecht geschnitten und ausgelegt. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gleise bereits fixiert.

Sollte es nicht genau gepasst haben, dann lassen sich natürlich auch anderen Elemente „ranstückeln“ …

…und entsprechend verkleben. Das geht mit Patex oder Heißkleber.

Danach wird der Bahnsteig mit grauer Spachtelmasse verspachtelt, da er sonst sehr blank bzw. glänzend wirkt und sich nicht gut farblich ändern lässt. So sieht es dann während des Trocknens aus – die Flecken vergehen selbstverständlich. 😉

Für die Bahnsteigkanten wählte ich eine unkonventionelle Lösung: eine entsprechende Grafik aus dem Farbdrucker des PC gedruckt auf 150mg-Karton. Grundlage waren Texturen, die man entweder aus vorhandenen Programmen nehmen kann oder im Internet findet. Hier sind die Freunde des Kartonmodellbau eine gute Quelle.

Nach dem Ausdruck gehen sie einmal durch die Schneidemaschine und ruck-zuck hat man größere Vorräte an Kanten zur Verfügung.

Nach einritzen einer entsprechenden Falz, und aufkleben (mit Patex) auf unseren Grundbahnsteig, sieht es dann so aus:

Zum Halten gekommen ist hier ein Gepäckwagen eines internationalen Schnellzuges. Deutlich wird sehr gut, dass die geringe (und trotzdem vorbildlich erscheinende) Höhe des Bahnsteiges den Verlust von Trittbrettern und ähnlichem weitestgehend vermeidet. Barrierefrei ist das zwar so nicht, aber wer möchte kann das ganze ja mit einer stärkeren Ausführung als Hochbahnsteig versuchen.

Eines sei zum Schluss als Hinweis gestattet: H0pur ist das nicht! Aber eine schnelle und für viele Ansprüche ausreichende Lösung lässt sich damit realisieren. Viel Erfolg!

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