Umbau einer 342 der SZ auf AC-Digital

1968 erhielten die damaligen Jugoslawischen Eisenbahnen JZ für ihr Gleichstrom-Netz 40 Maschinen vom italienischen Lieferanten Ansaldo, die sie als Reihe 342 einreihten. Sie entsprachen in vielen Teilen den Vorserien-Loks der FS Baureihe E646, nur als 4-achsige Konstruktion.


(Fabrikneue 342 mit einem Kühlwagenzug – Quelle: www.vlaki.info/Jugoslawische Eisenbahn JZ)

1991 wechselten sie zur neu gegründeten Slowenischen Eisenbahn SZ, da alle Einsatzstrecken im neuen Staat Slowenien lagen. Ab 2000 gingen 14 Loks zurück nach Italien zu den Bahngesellschaften FNM und FER, die anderen wurden teilweise für die SZ modernisiert (Asbestsanierung).

Aktuell sind noch 8 Maschinen bei der SZ im Einsatz, diese fahren vorzugsweise auf der Südbahn-Strecke Spielfeld <> Maribor <> Ljubljana vor Schnell- und Güterzügen.


342 025 mit einem Güterzug bei Zidani Most im August 2012

Seit Anfang 2013 kommen auch die Modellbahnfreunde in den Genuss einer H0-Ausführung, die von dem italienischen Hersteller A.C.M.E. (in China) gefertigt wird. Das Modell gibt die gelb-grüne 342 004 mit Revisionsdatum 12.04.2005 wieder, die Maschine ist aktuell abgestellt.



Das Modell ist unter der Nummer 60241 in Zweileiter-Gleichstrom erhältlich und verfügt zeitgemäß über eine 21polige Digital-Schnittstelle.



Freunde des 3-Schienen-Wechselstromsystems müssen daher zum Umbau greifen – dieser soll hier beschrieben werden.

Der Umbau selbst ist völlig unproblematisch, da die Unterseite des Drehgestells genügend Platz und eine plane Fläche zum befestigen des Schleifers bietet. Geeignet ist der ROCO-Schleifer 40501, wenn man die seitlichen Kunststoff-Leisten abzieht.
Befestigt wird er mit Sekunden-Kleber, wem dass zu wenig sicher erscheint, der nimmt 2-Komponenten-Kleber.







Die Schleifergeometrie passt sehr gut zur Drehgestellgeometrie und ermöglicht eine diskrete Ausführung.



Jetzt erfolgt die elektrische Verbindung: Die beiden Zuleitungen sind jeweils auf der äußersten Leiterbahn angelötet, eine Seite (2!-Leitungen vorne & hinten bei jedem Drehgestell) wird auf die andere Seite gelötet.



Die andere Leiterbahn wird danach mit dem Mittelschleifer verbunden – mehr Lötarbeiten sind nicht notwendig!

Der Decoder kann problemlos eingesteckt werden, danach kann es zur Probefahrt gehen.



Ist diese erfolgreich absolviert, kann das Gehäuse aufgesetzt und die Lokomotive in den Einsatz gehen.

Das Modell befährt (trotz der GS-Radsätze) K- & C-Gleise des 3-Schienen-Systems problemlos, ein befahren von M-Gleisen dürfte aber nicht entgleisungsfrei verlaufen. Immer gute Fahrt wünscht die FerroViaMala….



2 Antworten auf „Umbau einer 342 der SZ auf AC-Digital“

  1. Hallo Herr Böcker,

    zu den Umbauten der 342 der SZ und der E 402 der FS habe ich folgende Frage: Ist der Einsatz der umgebauten Modelle auch auf dem Radius 358 mm möglich?
    Können Sie diesbezüglich auch Infos zum Einsatz der CD-E-Lok BR 151 von ACME auf Gleisradien von 358 mm und Einbau des Mittelschleifers geben?
    Für Infos wäre ich dankbar.

    Freundliche Grüße

    1. Hallo Herr Jesche,
      bitte entschuldigen Sie die Verzögerung – ich befand mich die letzten Tage im Urlaub und habe deswegen ihre Frage erst jetzt gelesen.
      Ich fürchte, dass ich Ihnen keine befriedigende Antwort zum Mindestradius geben kann, da ich grundsätzlich nichts unter R2 (= 420mm) eingebaut habe. Dies hängt allerding vor allem mit Triebzugmodellen zusammen, die definitiv keinen R1 vertragen. (So z.B. den ALe 801/940 von ACME)
      ACME selbst hat im seinen Informationen zum Fahrzeug bei den Modellen der SZ342/ZSSK350/CD151 keinen Mindestradius genannt. Ich würde die Modelle für den R1 als tauglich ansehen – habe es aber halt nicht getestet.

      Die Befestigung des Schleifers? Sie wurden einfach aufgeklebt. 🙂 Hält bisher problemlos.

      Viele Grüße
      U. Böcker

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