Umbau einer SM42 der PKP auf AC-Digital

Für die Betriebs-Puristen mag das Thema etwas seltsam klingen – was will einer mit einem (eigentlich schweizerisch/italienischem) Alpenbahn-Thema mit einer Diesellok der polnischen PKP?

Ich wäre darauf wahrscheinlich gar nicht so recht gekommen, aber die Beiträge in einem bekannten Internet-Forum zum PIKO-Modell der polnischen SM42 machten mich neugierig.

Das Modell sprach mich auf Anhieb wegen seiner „ungewöhnlichen“ Herkunft und seiner ansprechenden Lackierung in der Ausführung der PKP-Cargo (Epoche VI) sehr an. Also ein Blick in die Typenbücher und vor allem auf die Modell-Unterseite. War da eine Option zur Befestigung eines Schleifers?

Ein Nutzer von DSO (Herzlichen Dank an „equinox82“!) steuerte die entscheidenden Hinweise bei und so stand fest: Umbau möglich – Modell wird angeschafft!

Daher hier jetzt ein Bericht über den Umbau:

Begonnen habe ich mit der Demontage des Gehäuses gemäß Anleitung, erfreulicherweise funktioniert das mit 2 Schrauben im Rahmenboden, so dass einem nerviges Abspreizen am richtigen Punkt erspart bleibt. Danach sieht es so aus:

PIKO hat idealerweise an die AC-Fans gedacht und eine ebenfalls schraubfähige Schleiferaufnahme an der Unterseite der Drehgestelle bereits vorgesehen. Diese ist im Normalzustand mit einer darauf geschraubten Kunststoff-Platte abgedeckt. ERGO: Schraube lösen und Kunststoffplatte gegen Schleiferplatte tauschen.

Jetzt kommt die erste Euphorie-Bremse: Der PIKO-Normalschleifer passt nicht! Er stößt an seinen beiden Enden an die Drehgestellkonstruktion und würde die Räder des Modells an dieser Stelle nie komplett auf die Schienen lassen. 🙁

Also Suche nach einem einbaubaren Ersatz. Fündig wurde ich mit dem längeren ROCO-Schleifer. Allerdings ist auch er im Höhenausschlag noch etwas zu raumgreifend. Abhilfe schafft das Entfernen der seitlichen Kunststoff-Führungen, die dem Schleifer wohl zu mehr Robustheit verhelfen sollen, hier aber störend sind. Kein Problem: Sie lassen sich seitlich abziehen, so dass das „nackte Schleifblech“ überbleibt. Jetzt passt es! (Und sieht so aus..)

Jetzt folgt das Verbinden des Schleiferkabels mit der Hauptplatine nach bekanntem Muster. Die bisherigen Stromversorgungskabel (Rot/Schwarz) werden von zwei Lötstellen auf eine umgelötet, die jeweils andere ist für das Schleiferkabel. Geschickterweise sind bei unserem Modell die Kabel nach Drehgestell unterschiedlich angelötet, so dass das Umlöten zweimal erforderlich ist! Es ist etwas fummelig, aber problemlos. Ergebnis: Alle Radschleifer nehmen einen Leiter auf, der andere kommt vom Mittelschleifer. Eben AC!
Jetzt folgt das Einstecken des Decoders in die 8-polige Schnittstelle. Je nach Decoder-Typ könnte es notwendig werden, die Steckplatine des Decoders etwas zu verschmälern, da seitlich das Gehäuse keinerlei Toleranz aufweist. Und ohne Gehäuse wäre es ja ziemlich blöd… 😉

Jetzt erfordert das Wegfriemeln der Kabel etwas Geduld: Am meisten Platz ist noch nach oben, dahin bekommt man den Kabelbaum recht gut weg….

Eventuell etwas Klebeband zum Fixieren der gewünschte Lösung.

Wenn alles verstaut ist, kann schon die Probefahrt erfolgen. Sollte diese gelingen, kommt das Gehäuse endgültig wieder drauf.
Bitte hierbei auf die verschiedenen Griffstangen achten. Denn während die seitlichen Bühnengeländer aus Metall sind, bestehen die Griffstangen zum Führerstand aus Kunststoff.

Das Gehäuse sitzt – und kann wieder festgeschraubt werden.

So steht der Inbetriebnahme des neuen Schmuckstücks nichts mehr im Weg….

Und wer das mal als Film sehen möchte….

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